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Giftige Quallen in Australien
Australien ist bekannt dafür, die giftigsten Tiere weltweit zu beherbergen, sowohl an Land als auch im Meer.
Zu den gefährlichsten Meerestieren Australiens zählt die fußballgroße Seewespe (Chironex fleckeri) aus der Klasse der Würfelquallen. Sie tritt vor allem in den Monaten Oktober bis Juni an flachen Sandstränden der nordaustralischen Küste zwischen Broome in Western Australia (NW) und Gladstone in Queensland (NO) auf. Bei Kontakt mit den bis zu drei Meter langen Tentakeln kann es innerhalb weniger Minuten zu schweren kardiotoxischen Symptomen bis hin zu Atemstillstand und Herzversagen kommen. In den letzten 130 Jahren starben in Australien 67 Menschen an Vergiftungen durch Seewespen.
Ebenfalls an den nördlichen Küsten Australiens kommt die mit der Seewespe verwandte, nur wenige Zentimeter große Irukandji (Carukia barnesi) vor. Nach Vernesselungen treten zunächst undramatische Hauterscheinungen auf. Dann folgen in einem Intervall von etwa 30 Minuten starke Schmerzen in Rücken, Bauch, Brust und Extremitäten, teilweise treten aber auch ernste Herz-Kreislaufsymptome auf.
Die portugiesische Galeere (Physalia spp., in Australien auch „bluebottle“ genannt) ist sowohl an der atlantischen als auch der pazifischen Küste Australiens beheimatet. An der Ostküste kommt sie besonders in den Monaten November bis März vor. Der Kontakt mit ihren Tentakeln führt zu starken lokalen Schmerzen, auch systemische Wirkungen können auftreten, sind aber seltener tödlich.
Zur Vermeidung von Quallen-Vernesselungen sollten Australien-Reisende in den betroffenen Gebieten Schutzkleidung, sogenannte „Stinger-suits“, beim Baden im Meer tragen und nur an bewachten Stränden schwimmen. Kinder sollten nur in Begleitung Erwachsener ins Wasser gehen.
Im Falle einer Quallenvernesselung müssen Verletzte sofort aus dem Wasser geborgen werden, um ein Ertrinken zu verhindern. Bei Würfelquallen-Kontakt sollten Helfer die vernesselten Körperregionen mit Haushaltsessig, der an den meisten Stränden der betroffenen Regionen zur Verfügung steht, übergießen, um verbliebene Nesselkapseln zu inaktivieren. Bei Verletzungen durch die Portugiesische Galeere ist es besser, die auf der Haut verbliebenen Tentakeln vorsichtig mit einer Pinzette, auf keinen Fall aber mit den bloßen Händen abzuziehen. Bei größerflächigen Vernesselungen, Allgemeinsymptomen und bei Verletzungen von Kindern sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.
Von Privatdozent Dr. Tomas Jelinek, Wissenschaftliche Leitung
Malariavorbeugung und – behandlung: Aktualisierte Empfehlungen und neues Medikament
Vor einigen Wochen veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) e.V. ihre aktualisierten Empfehlungen zur Malariavorbeugung (siehe: http://dtg.org/uploads/media/Malaria_2011.pdf).
Bei Reisen nach Tansania, speziell für die Gebiete zwischen 1800 und 1500 m Höhe, die Insel Sansibar und die Stadt Dar es Salaam, änderte die DTG ihre bisherigen Empfehlungen. In diesen Landesteilen gelang es die Malaria so weit zurückzudrängen, dass die DTG für Touristen, die organisiert und frei von zusätzlichen Risikofaktoren reisen, eine reguläre medikamentöse Malariaprophylaxe nicht mehr standardmäßig empfiehlt. Nunmehr wird für diese Regionen, neben dem Schutz vor Mückenstichen, zur Mitnahme eines Malariamittels für die Notfall-Selbstbehandlung geraten. Dieses wird eingenommen, wenn malariaverdächtige Symptome auftreten und kein Arzt erreichbar ist. In den übrigen Landesteilen unter 1500 m Höhe sollte auch weiterhin eine medikamentöse Malariaprophylaxe durchgeführt werden.
Bei besonderen Risiken – beispielsweise bei Vorerkrankungen eines Reisenden und je nach Art und Dauer der Reise – muss eine individuelle Risikoabschätzung und Prophylaxeberatung durchgeführt werden.
Die DTG empfiehlt Mefloquin nicht mehr zur Notfall-Selbstbehandlung, außer während der Schwangerschaft. Denn inzwischen stehen nebenwirkungsärmere Alternativen zur Verfügung. Zur regulären Prophylaxe kann Mefloquin auch weiterhin in vielen Weltregionen eingesetzt werden.
Kürzlich wurde zudem ein neues Artemisinin-Kombinationspräparat zur Malaria-Behandlung und Notfall-Selbsttherapie mit den Wirkstoffen Dihydroartemisinin und Piperaquinphosphat (Handelsname Eurartesimâ) durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen. Die Markteinführung wird für Anfang 2012 erwartet.
Von Privatdozent Dr. Tomas Jelinek, Wissenschaftliche Leitung
Ostafrikanische Länder verschärfen Kontrollen der Gelbfieberimpfungen PDF-Da – Aufgrund eines Gelbfieber-Ausbruchs in Uganda Ende 2010 kontrollieren die Länder der East African Community – Burundi, Kenia, Tansania, Ruanda und Uganda – den Nachweis einer Gelbfieber-Impfung zurzeit strenger als bisher. Uganda meldet bisher 226 Erkrankungs- und 53 Todesfälle – das erste Vorkommen der Viruserkrankung seit 40 Jahren. Um eine reibungslose Einreise zu ermöglichen, sollten auch Reisende aus Europa einen gültigen Impfnachweis vorlegen können, empfiehlt das CRM Centrum für Reisemedizin.
Die Regierung Tansanias hat laut Botschaftsangaben an der Grenze zu Uganda Impfstationen eingerichtet, um nicht geimpfte Reisende vor Ort zu impfen. Zudem wird die Gelbfieberimpfung bei der Einreise nach Sansibar stärker kontrolliert. Dies gilt besonders auch für Reisende, die vom Festland Tansanias kommen. “Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre, sind derzeit auch Zwangsimpfungen und die Verweigerung der Einreise nicht auszuschließen, falls Reisende keinen Impfnachweis vorlegen können”, sagt Privatdozent Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. An allen Grenzübergängen und Flughäfen hat das Land die Kontrollen bereits verschärft.
„Wir empfehlen Reisenden in die Gelbfiebergebiete Afrikas und Südamerikas grundsätzlich, sich gegen Gelbfieber impfen zu lassen“, sagt Jelinek. Diese Impfung könnten jedoch ausschließlich autorisierte Gelbfieberimpfstellen durchführen. Außerdem ist die Impfung offiziell erst nach etwa zehn Tagen wirksam. „Zudem muss zu bestimmten anderen Impfungen ein Zeitabstand eingehalten werden. Reisende sollten sich also mindestens sechs Wochen vor Reiseantritt um die nötigen Impfungen kümmern“, empfiehlt der Reisemediziner.
Gelbfieber ist eine schwere Infektionskrankheit. Sie tritt in den tropischen Regionen Afrikas, Mittel- und Südamerikas auf. Stechmücken übertragen das Virus. Die Infektion beginnt mit hohem Fieber, Übelkeit und Schmerzen. In vielen Fällen heilt die Krankheit danach aus. Bei einigen Patienten entwickeln sich jedoch Leberschäden bis hin zur Gelbsucht und es kommt zu Blutungen, gefolgt von Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nieren- Versagen. Dieser schwere Verlauf führt häufig zum Tode. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass jährlich 200 000 Menschen an Gelbfieber erkranken und 30 000 sterben. Schätzungsweise 90 Prozent der Infektionen entfallen auf den afrikanischen Kontinent.
Informationen zu Reiseimpfungen sowie eine Übersicht der Gelbfieberimpfstellen in Deutschland, sind auf der Internetseite des Centrums für Reisemedizin unter www.crm.de zu finden.
9. Februar 2011