Ab wann beginnt die Zecken-Saison?

Bereits bei Temperaturen ab acht Grad Celsius können Zecken aktiv sein und ihre Blutmahlzeit einnehmen. Bei Tätigkeiten im Freien ist dann ein entsprechender Schutz empfehlenswert: Dieser besteht zum einen aus der Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und zum anderen aus bedeckender, heller Kleidung.

Die Impfung kann entweder nach einem sog. Schnellimmunisierungs-Schema oder über eine normale Grundimmunisierung durchgeführt werden. Die Schnellimmunisierung erfolgt an den Tagen 0, 7 und 21. Die Auffrischung ist nach 12-18 Monaten fällig. Die Grundimmunisierung erfolgt in drei Teilimpfungen z. B. an den Tagen 0 und 14, sowie nach 9 Monaten. Eine Auffrischimpfung ist 3 Jahre nach Abschluss der Grundimmunisierung notwendig. Der Impfschutz beginnt 2 Wochen nach der zweiten Teilimpfung, also 3 bzw. 4 Wochen nach der ersten Injektion.

Nach jedem Aufenthalt im Freien sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden. Denn wenn eine Zecke möglichst rasch entfernt wird, so sinkt auch das Ãœbertragungsrisiko für Borreliose, gegen die es keine Impfung gibt. Zur Entfernung eignet sich am besten eine sog. Zeckenkarte. Damit wird ein Zerdrücken der Zecke vermieden, bei dem ggf. Borrelien aus der Zecke in den Menschen gelangen können.

FSME – Update Europa und außereuropäische Länder

FSME – an Impfung vor Auslandsreise denken
Wie die Europäischen Centers of Disease Control (ECDC) verlauten lassen, ist die FSME nun in ganz Europa meldepflichtig. Seit einigen Jahren ist die Infektion unter anderem in Skandinavien auf dem Vormarsch. In Norwegen, Südschweden, Dänemark und
Südfinnland sind zahlreiche Risikogebiete hinzugekommen, auch die Fallzahlen sind im
Verlauf der letzten 10 Jahre deutlich ange
stiegen. Weiterhin gehören zu den FSME-Endemiegebieten außerhalb Deutschlands u.a. Estland, Kroatien, Lettland, Litauen,
Österreich, Polen, Russland, Schweiz, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische
Republik, Ukraine, Ungarn, Weißrussland; auch aus Asien (China, Kasachstan, Kirgisistan,Usbekistan, Mongolei, Japan, Korea) werden Fälle gemeldet. Aus Frankreich,Griechenland, Italien liegen Einzelfallberichte vor. Zudem ist einherdförrmiges Auftretender FSME bekannt in Albanien, Aserbaidschan, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kosovo,Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Rumänien, Serbien bisher keine zuverlässigen Meldezahlen vor.
Bei Reisen in Endemiegebiete
sollte frühzeitig eine FSME-Imfung durchgeführt werden.
Dies git insbesondere, wenn Outdoor-Aufenthalte geplant sind. Eine Schnellimmunisierung gegen FSME ist nach dem Impfschema0, 14 Tage möglich, eineweitere Impfung
erfolgt nach ca. einem Jahr.Neuere Daten zeigen, dass auch
bei längerer Unterbrechung zwischen FSME-Impfungen keine erneuteGrundimmunisierung erfolgen muss: „Jede Impfung zählt“.

FSME – Risikogebiete in Europa
Albanien
Mit Risiko in Zeckenbiotopen ist landeswei zurechnen, genauere Daten fehlen. Die
Dunkelziffer für Erkrankungsfälle wird als hoch eingeschätzt. Übertragung auch durch
Ziegenmilch beschrieben.
Aserbaidschan
FSME kommt vor, genauere Daten fehlen.
Bosnien-Herzegowina
Risiko im N in den Flussniederungen der Save und ihrer Nebenflüsse, alimentäre
Infektionen sollen vorkommen,
genauere Daten fehlen.
Bulgarien
Geringes Risiko in den Flussniederungen möglich, genauere Daten fehlen.
Dänemark
Seit längerem bekanntes Risikogebiet auf der Insel Bornholm. Seit 1998 wurden jährlich zwischen 1 und 4 Fällen gemeldet. Seroprävalenz bei Forstarbeitern 30 %,bei Blut-spendern 1,4 %, bei Rehen 83 %. 2009 wurden die ersten klinischen Fällevon FSME in Seeland gemeldet.
Estland
Hohes Risiko landesweit, besonders intensiv in den Regionen Saaremaa, Ida- undLyaene-Virumaa im N, Pyarumaa im SW und im gesamten Süden des Landes. Estland hat wie die anderen baltischen Staaten europaweit die höchsten Inzidenzen, in einzelnen Ver-waltungsbezirken/Jahren bis zu 84,0 auf 100.000 Einwohner. Alle Subtypen sindvertreten. Übertragung auch alimentär durch Schafs-/Ziegenmilch.
Finnland
Bekannte Naturherde gibt es an der Südküste, auf vorgelagerten Inseln und im Saimaa-
Seengebiet (SO). Ein höheres Risiko besteht im Gebiet von Jakobstad/Kokkola (W), auf
dem gesamten Turku-Archipel (SW) sowie am höchsten auf den Aland-Inseln. Ansonsten
liegen die Inzidenzen noch relativ niedrig, die gemeldeten Fall zahlen haben sich aber innerhalb der letzten zehn Jahre verdoppelt.
Neben dem westlichen gibt es auch den östlichen Subtypmit Ixodus persulcatus als Vektor.
Frankreich
Einzelne autochthone Fälle bisher nur im Elsass und in Lothringen (um Nancy) sowiein
der Umgebung von Grenoble (Rhone-Alpes).
Griechenland
Virusnachweise und Einzelerkrankungen lediglich in einem kleinen Naturherd im N des
Landes westlich von Thessaloniki (südöstliche Teile der Provinz Imathia undnördliche
Teile von Pieria); offenbar kein Risiko in den übrigen Landesteilen.
Italien
Virusnachweise bei Zecken sprechen für kleinere Naturherde im NO in den Provinzen
Trentino, Belluno und Goriza sowie in Mittel italien in den
Provinzen Florenz und Latium,Seroprävalenzstudien für das Vorkommen in
der Provinz Piemont im NW. Die übrigenLandesteile sind offenbar frei.
Insgesamt ist das Risiko gering.
Kosovo
Vorkommen wahrscheinlich, keine ausreichenden Daten.
Kroatien
Hauptendemiegebiet in den nordöstlichen Landesteilen zwischen Save und Drau.
Vorkommen auf derInsel Brac (S) möglich.
Genauere Daten fehlen.
Lettland
Sehr hohes Risiko landesweit, die Zeckendurchseuchung erreicht in hot-spots bis zu 18 %.
Besonders hoch ist die Prävalenz im Großraum Riga, das gilt auch für die Grünanlagen imStadtgebiet. In sog. hot-spots erreichen die Inzidenzen 70 Erkrankungen auf 100.000Einwohner und mehr und liegen
damit europaweit im Spitzenbereich. Im Westen und inder Mitte des Landes dominiert der westliche Subtyp, die eigentliche FSME (ÜberträgerIxodes ricinus), mit zwei Aktivitätsgipfeln im Frühjahr und Spätsommer. Im Ostenüberwiegt die fernöstliche Variante der RSSE, Überträger Ixodes persulcatus">FSMEmit nur einem Gipfel im Frühjahr. Lettland meldet mit über 300 Fällen pro Jahr auch diemeisten alimentären Infektionen, vorwiegend durch Rohmilch von Schafen und Ziegen.Litauen
Sehr hohes Risiko landesweit mit hot-spots zentral sowie
im Norden, aus denen sich nahezu 80 % der gemeldeten Fälle (durchschnittlich 415 pro Jahr) rekrutieren. Besonders betroffen sind die Distrikte Kaunas, Panevezys und Siauliai mit bis zu 100 Erkrankungenauf 100.000 Einwohner pro Jahr, die höchsten
Inzidenzen europaweit. Übertragung auchalimentär durch Schafs-/Ziegenmilch beschrieben.
Mazedonien
Vorkommen wahrscheinlich, keine ausreichenden Daten.
Moldawien
FSME kommt vor, genauere Daten fehlen.