Gesund auf Reisen: Tipps für „Best Agers“

Für ältere Reisende sind Gesundheitsvorsorge und frühzeitige Beratung bei einem reisemedizinisch qualifizierten Arzt besonders wichtig. Denn dieser vermag für Menschen jeden Alters zu beurteilen, was – je nach Gesundheitszustand – auf Reisen zu beachten ist. Er verabreicht zudem notwendige Impfungen und berät über den Schutz vor Infektionserkrankungen. Hepatitis A, Dengue-Fieber, Malaria und andere Infektionskrankheiten beispielsweise sind für ältere Menschen besonders gefährlich. Denn ihre körpereigene Abwehr reagiert nicht mehr so gut wie in jüngeren Jahren. Viele gesetzliche Krankenkassen erstatten ihren Versicherten die Kosten für wichtige Auslandsreiseimpfungen. Neben Tetanus und Diphtherie werden auch Impfungen gegen Hepatitis A, Hepatitis B und Tollwut übernommen.

Langes Sitzen in Flugzeug, Auto und Bahn birgt immer das Risiko einer Thrombose, also eines Blutgerinnsels in den Venen. Deshalb ist Bewegung wichtig: Wandern Sie im Zug oder Flieger umher und legen Sie mit dem Auto regelmäßig Rast ein, um sich die Beine zu vertreten. Auch Bein- und Zehengymnastik kann das Risiko einer Thrombose etwas verringern: Zehen zusammenkneifen und spreizen, Beinmuskeln anspannen und lockern.

Wer seinen Urlaub im Süden verbringt, sollte daran denken, reichlich zu trinken. In warmem Klima verliert der Körper durch Schwitzen Mineralien und Wasser, deshalb sollten Urlauber mehr trinken als zu Hause. Ältere Menschen verspüren mitunter kein Durstgefühl; das begünstigt die Austrocknung des Körpers. Vorsicht ist bei der Kombination von alkoholischen Getränken und Sonne geboten: Beide sind je für sich genommen eine Belastung für Herz und Kreislauf; kommen sie zusammen, droht ein Kollaps. Denn Alkohol wirkt harntreibend, was den Wasserverlust begünstigt. Zudem verstärkt die Sonne die Alkoholwirkung.

Für die Reise selbst gilt: Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollten diese in der doppelten Menge aus Deutschland mitnehmen – aufgeteilt in Handgepäck und Koffer. So ist sichergestellt, dass beim Verlust eines Gepäckstücks die Medikation ohne Unterbrechung fortgesetzt werden kann.
Sollten Reisende im Ausland doch einmal einen Arzt aufsuchen müssen, ist es wichtig, dass sie die Behandlung sorgfältig dokumentieren und sich Kopien der wichtigsten ärztlichen Dokumente aushändigen lassen. Das erspart Beweisnöte gegenüber der Krankenversicherung und erleichtert dem Arzt zu Hause die weiterführende Diagnostik und Behandlung.
Zahlreiche Tipps zu Reisen im Alter finden Interessierte auf der Internetseite des CRM unter www.crm.de/senioren

Reisen im Alter
Gesund und sicher reisen im Alter
Reisen, aber richtig

Ob Ihr Urlaub ein Erfolg wird, entscheidet sich oft schon mit der Wahl des Reiseziels, der Reisezeit und der Reiseform. Die Faustregel: Meiden Sie Extreme! Eine Reise aus dem winterlichen Frankfurt etwa ins sommerliche Australien macht selbst jungen Menschen zu schaffen, wie viel mehr erst Senioren: der lange Flug, der Temperaturunterschied, die Zeitumstellung… Da brauchen Körper und Geist Tage, bis sie sich an die neuen Verhältnisse angepasst haben. Wenn es Sie im Winter in wärmere Gefilde zieht, sind Sie am Mittelmeer oder in Nordafrika besser aufgehoben.

Versuchen Sie, möglichst nicht während der Schulferien zu reisen! Sie müssen sonst lange Wartezeiten und Gedränge beim Einchecken am Flughafen, an der Gepäckausgabe oder am Bahnhof in Kauf nehmen. Ebenfalls sinnvoll, wenn Sie zügig einchecken wollen: Fliegen Sie möglichst nicht zu den Stoßzeiten (7-9 Uhr und 16-19 Uhr). Am angenehmsten ist es, am späten Vormittag zu fliegen – dann bleibt Ihnen Zeit für letzte Handgriffe in Ihrer Wohnung und für die Anfahrt zum Flughafen.
Wie Sie am besten an Ihren Urlaubsort gelangen, ist eine Frage des Temperaments. Wenn Sie nicht gern fliegen, gibt es Bus und Bahn als Alternativen. Wenn Sie sehr aktiv sind, sich gerne bewegen, werden Sie das lange Sitzen in einem Reisebus als lästig empfinden – dann sollten Sie lieber das Flugzeug nehmen. Am meisten Bewegung unterwegs hat man im Zug.
Unbeschwert reisen ohne Gepäck
Kofferschleppen ist eines der Dinge, die den Start in den Urlaub vermiesen können. Belasten Sie sich nicht damit! Viele Reiseunternehmen, aber auch Fluglinien und die Deutsche Bahn bieten einen Gepäckservice von Haus zu Haus an. Am besten fragen Sie schon bei der Buchung im Reisebüro danach; dort ist man Ihnen gerne behilflich, den Gepäcktransport zu organisieren.

Gut geplant – besser gereist

Morgen soll die Reise losgehen und Ihr Pass ist abgelaufen, ein Visum fehlt, die Koffer sind noch nicht gepackt und auf den Hund passt in Ihrer Abwesenheit auch keiner auf? Das muss nicht sein. Reisevorbereitungen können ohne Stress ablaufen, wenn Sie rechtzeitig damit anfangen. Setzen Sie sich doch gleich nach der Buchung im Reisebüro eine halbe Stunde hin und überlegen Sie in aller Ruhe, was Sie vor der Reise noch erledigen müssen! Gehen Sie die Reise im Kopf Schritt für Schritt durch: Welche Dokumente brauchen Sie, was für Kleidung, welche Medikamente, wer schaut nach Ihrer Post, versorgt Ihr Haustier und gießt die Blumen? Machen Sie eine Liste, was Sie wann erledigen wollen, und haken Sie sie Schritt für Schritt ab!
Ein überquellender Briefkasten, dauerhaft heruntergelassene Rolläden und über Wochen kein Licht in der Wohnung ist für Langfinger geradezu eine Einladung. Bitten Sie Nachbarn oder Freunde, sich um Ihre Wohnung zu kümmern und bieten Sie im Gegenzug Ihre Hilfe an.

Wer ein Haustier hat, trägt Verantwortung. Vielen Menschen ist das leider nicht bewusst, sie setzen ihren Hund einfach aus oder bringen die Katze ins Tierheim, wenn sie bei der Urlaubsplanung stören. Das ist keine Lösung! Sicher finden Sie nette Menschen, Nachbarn, Freunde oder Verwandte, die sich um Ihren Liebling kümmern solange Sie weg sind. Wenn sich partout niemand dazu bereit erklärt, hilft Ihnen eine Tier-Pension aus der Klemme.