Reise-Gesundheitstipp

Tauchen: Tauglichkeitsuntersuchung und gute Vorbereitung erhöhen die Sicherheit
Im Strandurlaub auch die exotische und verborgene Schönheit der Unterwasserwelt zu entdecken – das reizt viele Reisende. Deshalb locken in den Urlaubsorten am Meer immer auch zahlreiche Angebote zum Tauchen. Dabei ist das Gerätetauchen kein Sport, in den man spontan einsteigen sollte. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Urlaubern, bereits im Vorfeld abklären zu lassen, ob sie die gesundheitlichen Voraussetzungen für den Sport mitbringen. Auch eine fundierte, professionell durchgeführte Tauchausbildung erhöht die Sicherheit beim Tauchen.

Der Tauchsport ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Heute gibt es in Deutschland rund 1,5 Millionen Sporttaucher, die ihr Hobby meist in den warmen Gewässern der Urlaubsgebiete ausüben. Ernsthafte Zwischenfälle sind dabei selten. Ein guter allgemeiner Gesundheitszustand, körperliche Fitness, und die richtige Vorbereitung sind jedoch Voraussetzung, damit das Gerätetauchen ein sicheres Vergnügen ist.
Denn unter Wasser nimmt mit zunehmender Tiefe der Umgebungsdruck zu, pro zehn Meter Tauchtiefe etwa um ein Bar. Diese veränderten Umgebungsbedingungen können für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen – etwa mit Lungen- oder Herzkreislaufkrankheiten – gefährlich werden. Vor dem Tauchen sollte deshalb unbedingt eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung erfolgen – am besten noch im Heimatland bei einem tauchmedizinisch erfahrenen Arzt. Bei diesem Gesundheitscheck prüft der Mediziner, ob man die Voraussetzungen für die Ausübung des Tauchsports mitbringt. Kein seriöser Anbieter von Tauchgängen und kursen schickt Urlauber ohne ein solches Tauchtauglichkeitszeugnis unter Wasser! Die Deutsche Gesellschaft für Tauch und Überdruckmedizin empfiehlt bei gesunden, erwachsenen Tauchern bis zum 40. Lebensjahr ein dreijähriges Untersuchungsintervall. Kinder, Jugendliche und Personen ab 40 Jahren sollten einmal jährlich eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung durchführen lassen. Adressen von qualifizierten Ärzten finden Interessierte auf der Internetseite der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e.V. (GTÜM): www.gtuem.org.

Doch auch gesunde Menschen können beim Tauchen durch zu starke oder zu schnelle Druckveränderungen verletzt werden. Wenig Erfahrung und mangelnde Kenntnisse sind häufig der Grund, wenn es beim Tauchen zu Zwischenfällen kommt. Die Dekompressionserkrankung etwa gehört zu den schwereren Tauchunfällen. Dabei bilden sich durch einen zu raschen Druckausgleich – also durch zu schnelles Auftauchen – Gasblasen im Blut. Die Symptome der sogenannten „Taucherkrankheit“ sind vielfältig und reichen von Juckreiz, Hautrötungen bis hin zu lebensbedrohlichen Gefäßverschlüssen. Eine fundierte, professionell durchgeführte Tauchausbildung sowie gute Kenntnisse der physikalischen Grundlagen des Tauchens und der damit verbundenen Gefahren, senken das Risiko von Tauchunfällen bedeutend. Ebenso wichtig ist eine hochwertige, geprüfte Tauchausrüstung. Adressen von professionellen Tauchschulen und Tauchvereinen im In- und Ausland führt etwa der Verband Deutscher Sporttaucher VDST: www.vdst.de.

Wichtig für regelmäßige Urlaubstaucher ist außerdem der Abschluss einer speziellen Tauchunfallversicherung. Denn die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlung bei einem Tauchunfall im Ausland nicht.

Tauchausflüge werden insbesondere bei Reisen in tropische Regionen immer beliebter. Neben den für das Reiseland spezifischen Besonderheiten sollte vor einer solchen Reise daher die Tauchtauglichkeit abgeklärt werden. Eine sichere Schwimmfähigkeit und ein Mindestalter von 8 Jahren sind hierbei Grundvoraussetzung. Bei der körperlichen Untersuchung werden vor allem die Augen, die Mundhöhle und die Atemwege beurteilt. Vorerkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Bluthochdruck sind in diesem Rahmen besondere Beachtung zu schenken. Kontraindiziert ist das Gerätetauchen u.a. bei Schwangeren. Auch bei Reisenden mit Taucherfahrung sollte diese Tauchtauglichkeitsuntersuchung regelmäßig wiederholt werden. Die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) empfiehlt folgende Untersuchungsabstände: bei Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren jährlich, bei Erwachsenen zwischen 18 und 39 Jahren alle 3 Jahre, ab einem Alter von 40 Jahren wieder jährlich.